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Einweihung der Kläranlage Neukirchen

Nach zweijähriger Planungsphase und einem Jahr Bauzeit wurden der 3000 Quadratmeter große Erweiterungsbau der Kläranlage Neukirchen und die zeitgleiche Sanierung der Mischwasserentlastungsanlage von Bürgermeister Rudi Seidenader und zahlreichen Ehrengästen offiziell in Betrieb genommen. Pfarrer Pater Simeon segnete am Freitag, 13.10.17 die neuen Gebäudeteile und Anbauten in Schickersgrub. Die Gesamtkosten von rund 2,6 Millionen Euro, weitgehend finanziert durch Verbesserungsbeiträge von Bürgern, wurden eingehalten und Neukirchen glänzt als Vorreiter für modernste Abwasserreinigung.


„Der Tag ist für die Gemeinde von großer und weitreichender Bedeutung", sagte Seidenader. Die Modernisierung und der Neubau der Kläranlage sei fristgerecht abgeschlossen worden und die gesetzten Ziele wurden erreicht. Über Monate hinweg habe sich der Gemeinderat intensiv mit dem Vorhaben auseinandergesetzt. Nach über 40 Jahren Betriebsdauer habe die Kläranlage zunehmend ihre Belastungsgrenze erreicht und es sei nötig gewesen einen Ausbau zu planen. Zudem erforderte der Betrieb von zwei technischen Abwasserbehandlungsanlagen, der Kläranlage Obermühlbach und Neukirchen, höhere Kosten. Daher wurde im Dezember 2015 der Umbau beschlossen. Nach zahlreichen Planungen und Herausforderungen wurde die modernisierte Kläranlage im Juni 2017 erstmals mit Abwasser beschickt. „Die Fertigstellung des Bauvorhabens und dessen Inbetriebnahme war nur durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich." Einen Dank sprach Seidenader auch Alfons Zimmerer als unmittelbaren Nachbarn und Wegbereiter des Vorhabens aus. Dieser trat das 3000 Quadratmeter große Grundstück an die Gemeinde ab.


Im Zuge der Einweihung stellte Ingenieur Dr. Dieter Schreff die modernisierte Anlage vor. Es wurden zahlreiche Neubauten angesprochen: Zulaufhebewerk mit Kreiselpumpe, kombinierte Rechen- und Sandfanganlage, Kombibecken, Gebläsestation, Rücklauf- und Überschussschlamm-Pumpwerk, Schlammspeicher, Phosphatfällmittelbehälter mit Dosieranlage und Betriebsgebäude. Auch der Umbau des ehemaligen Kombibeckens als Schlamm-Voreindicker und belüfteter Filtratwasserspeicher wurde erwähnt.


Landrat Josef Laumer zeigte sich angetan von der modernisierten Anlage und lobte Neukirchen als Vorreiter für kommunale Abwasserbeseitigung. Die Kläranlage biete in Zukunft Spielraum für weitere Entwicklungen. Mit einer Gemeindefläche von 26 Quadratkilometern und 62 Ortsteilen stellen infrastrukturelle Maßnahmen besondere Herausforderungen dar: "Es sind 100 Prozent aller wirtschaftlich möglichen Anschlüsse an die zentrale Abwasserbeseitigungsanlage erfolgt", betonte er. Hier spiegle sich ein verantwortungsvolles und umweltbewusstes Handeln des Gemeinderates und der Bürger wider. Der Neubau und die Sanierung stellt für Laumer einen großen Beitrag zum Gewässer- und Grundwasserschutz dar. Dies rechtfertige die hohen finanziellen Anstrengungen.

"Wasser ist Leben", sagte MdL Hans Ritt und betont den Zusammenhang zwischen Wasser und Abwasser. Das weltweit beschränkte Vorkommen müsse geschützt werden und Neukirchen sei hierbei einen weiteren Schritt gegangen. Da aufgrund der Förderrichtlinien keine öffentlichen Gelder bewilligt wurden, gelte der Dank auch den Bürger der Gemeinde, die einen wesentlichen Teil dazu beigetragen haben. Es solle nicht nur heute darüber nachgedacht werden, mahnte Ritt, denn "Wasser ist Zukunft".
MdL Josef Zellmeiner lobte die Gemeinde als zielstrebig und umweltbewusst. Das Thema Abwasser sei nicht immer beliebt, dürfe jedoch nicht in den Hintergrund geraten. Obwohl der Gemeinde für den Neubau und die Modernisierung keine öffentlichen Gelder zugesprochen wurden, lies sich Neukirchen nicht davon abbringen eine zukunftsorientierte Maßnahme zu beschließen. "Bereits bei der Klärschlammentsorgung war die Gemeinde eine der ersten, die den Schlamm zur Kläranlage Straubing zur weiteren Behandlung und Entsorgung brachte."


Jede Gemeinde, allen voran der Bürgermeister, muss sich in regelmäßigen Abständen die Frage stellen, ob die eigene Kläranlage noch zeitgemäß und auf dem neusten Stand der Technik reinigt, sagte Michael Franz vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf. Die Gemeinde habe sich die Beantwortung der Frage nicht leichtgemacht. Bei der Modernisierung wurde nicht der einfache Weg gegangen, sondern stets das ganze Abwassersystem im Blick behalten. Zusammen mit der Ingenieurbürogemeinschaft KEB, Straubing und Dr. Schreff, Miesbach, sei letztendlich eine vorausschauende und weitsichtige Planung entstanden. Dies sei sowohl zugunsten der Gemeinde als auch des Gewässerschutzes gegangen. „Für Neukirchen sind nun in Zukunft weitere bauliche Entwicklungen und betriebliche Alternativen im Bereich der Klärschlammentsorgung möglich." Durch den Ausbau und die anstehende Auflassung der Abwasserteichkläranlage Obermühlbach, kann dieses Abwasser nun wirtschaftlich gereinigt werden. Im Hinblick auf die Umwelt werde Abwasser bestmöglich behandelt und fehlendes Rückhaltevolumen auf Seiten des Mischwasserspeicherbeckens "Auf der Au" mit der Kläranlage ausgeglichen. "Die Mischwasserentlastung werde erheblich vermindert", betonte Franz. Dabei trage die Gemeinde zur Erhaltung und Verbesserung der Gewässergüte des Elisabethzeller- und Bogenbaches bei.
Nach dem Ausbau der Kläranlage sei nun das Tor für eine künftige Zusammenführung der beiden bestehenden Kläranlagen Obermühlbach und Neukirchen geöffnet, betonte Seidenader. Wir werden uns nicht ausruhen, um die Gemeinde als Standort für Wohnen, Arbeiten und Erholen weiter attraktiv zu gestalten und Grundlagen für eine weitere positive Entwicklung des Tourismus zu schaffen.


Der Rathauschef zollt allen beteiligten Planungsbüros KEB und Schreff und den Baufirmen für ihre gute -und nicht immer einfache- Arbeit ein dickes Lob. Voran der Bietergemeinschaft Hilmer/Eberhardt für die Baumeisterarbeiten, der Firma ScharrTec für die klärtechnische Ausrüstung und Elektrotechnik sowie dem Elektrounternehmen Wurm für die Elektroinstallation und Blitzschutz beim Betriebsgebäude. Die Bauüberwachung und örtliche Bauleitung oblag dem Ingenieurbüro KEB, Straubing.
Auch das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf hat die Projektplanung stets in guter Zusammenarbeit begleitet und unterstützt. Er zeigt sich weiterhin dankbar für das Engagement von Klärwärter Alois Macht und gegenüber der Familie Zimmerer für die Grundabtretung, die die dringend gebotene Erweiterungsmaßnahme erst ermöglichte.

 

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