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Aktuelles

Markus Nagler, Kelterei, Hans Niedernhuber, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Herbert Hofberger, Projektmanagment Netzwerk Streuobst, Bürgermeister Karl Mühlbauer und Bürgermeister der Gemeinde Neukirchen Rudolf Seidenader, Federführung Netzwerk Streuobst setzen sich für das Streuobst und eine Vermarktung ein

Netzwerk Streuobst - Bio-Zertifizierung

Der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege Hans Niedernhuber blickte zurück auf den Obstanbau in der Region von 1880 bis heute. Niedernhuber streifte die Hoch-Zeit des Anbaus, das Plantagenobst in den sechziger Jahren, den Preisverfall und der Wende 2011. Niedernhuber führte aus, dass es Zeit werde dem heimischen Obst ein solides Fundament zu geben.

 

Den Beginn machte das Netzwerk Streuobst Bayerischer Vorwald bereits 2011 in Zusammenarbeit mit der Kelterei Nagler im nördlichen Teil des Landkreises Straubing-Bogen. Bisher hätten die Erzeuger einen beschämend niedrigen Preis für ihr Obst bekommen. „Wenn der Preis nicht stimmt, fallen die Bäume", so Niedernhuber. Seit 2013 wird ein „Vorwald-Apfelsaft", welcher zu hundert Prozent aus Äpfeln der Netzwerkgemeinden produziert wird angeboten.

 

Nun möchte man mit der Kelterei Nagler einen Schritt weitergehen. Es soll ein Erfassungssystem für Bio-Obst aufgebaut werden. Dabei will man den Lieferanten so weit wie möglich die bürokratische Arbeit und die Kosten der Bio-Zertifizierung abnehmen.


Acht Trägergemeinden gehören derzeit dem Netzwerk Streuobst Bayerischer Vorwald an, so Herbert Hofberger, der das Projektmanagment leitet. Das Netzwerk Streuobst Bayerischer Vorwald ist ein Kooperationsprojekt der Integrierten Ländlichen Entwicklung ILE nord23 mit Bayern-Netz-Natur. Projektträger sind die Gemeinden Ascha, Falkenfels, Neukirchen, Rattiszell, Sankt Englmar, Steinach, Perasdorf und Wiesenfelden, unterstützt von der Kreisfachberatung für Obst- und Gartenkultur, der Unteren Naturschutzbehörde, dem Landschaftspflegeverband des Landkreises Straubing-Bogen sowie den Obst und Gartenbauvereinen und dem Naturpark Bayerischer Wald. Im Durchschnitt wurden bisher seit 2011 jährlich 40 Tonnen Äpfel gesammelt.

 

Markus Nagler, Juniorchef der Kelterei Nagler stellte die Kelterei mit Sitz in Regensburg vor, informierte zum Bio-Projekt und dem Liefervertrag. Das Familienunternehmen wird seit 85 Jahren, jetzt in dritter Generation betrieben. Man wolle Obst aus der Region im Umkreis von 100 Kilometern verarbeiten. 2009 hat man die Nachfolge von Blendl Fruchtsaft aus Straubing übernommen und seit 2011 ist man Partner im Netzwerk Streuobst. Apfelsaft sei eine Verbindung von Natur und Genuss. Die Kelterei stellt neben dem konventionellen Apfelsaft auch einen Bio-Apfelsaft her und möchte diese Schiene noch besser ausbauen.

 

Jeder der mehr als zehn Apfelbäume besitzt, kann daran teilnehmen. Darunter rentiert es sich nicht, auch nicht bei einer Sammelzertifizierung, welche sich ausschließlich auf die Obstfläche bezieht. Die Kelterei Nagler wird mit den Lieferanten einen Vertrag abschließen, der die Pflichten der Lieferanten und der Kelterei regelt. Hierin sind der Baumschnitt, die Lieferung, Zulassung der Bio-Kontrolle, Abnahmegarantie, Übernahme der Bio-Zertifizierungskosten und Garantie eines hohen Abnahmepreises für Äpfel von 17 Euro bis 23,50 Euro pro 100 Kilogramm geregelt.

 

Eine Verbindung von Landschaft und Ökologie, der Erhalt und Förderung von Streuobst sei für die Gemeinde Steinach, so Bürgermeister Karl Mühlbauer, Grund genug gewesen 2015 dem Netzwerk beizutreten. Der Obst- und Gartenbauverein Münster sei hier sehr engagiert.
Mit Fragen der Teilnehmer zu dem neuen Projekt endete eine interessante Informationsveranstaltung, dem es zu wünschen ist, dass sich viele Erzeuger anschließen.

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